Ratgeber/Risikoabsicherung

Berufsunfähigkeit: Warum so viele zu spät absichern

4 min Lesezeit·IC Süd Ratgeber

Jeder vierte Arbeitnehmer scheidet vor dem Rentenalter aus dem Beruf aus. Eine BU-Versicherung ist für die meisten der wichtigste Schutz — und wird trotzdem systematisch unterschätzt.

Berufsunfähigkeit ist kein Randphänomen: Statistisch scheidet etwa jeder vierte Arbeitnehmer vor dem regulären Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben aus. Die häufigsten Ursachen sind nicht Unfälle, sondern psychische Erkrankungen, Rückenprobleme und Krebs — Risiken, die jeden treffen können.

Die staatliche Absicherung durch Erwerbsminderungsrente ist minimal. Wer weniger als 3 Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente — im Durchschnitt unter 1.000 Euro monatlich. Wer seinen spezifischen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber theoretisch noch 3 Stunden pro Tag irgendetwas anderes tun könnte, geht leer aus.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung springt ein, wenn der Versicherte seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann — unabhängig davon, ob er auf einen anderen Beruf verwiesen werden könnte. Das ist der entscheidende Unterschied zur staatlichen Leistung.

Warum zu spät? Weil BU-Versicherungen jung und gesund eingekauft werden sollten. Mit 25 Jahren und ohne Vorerkrankungen ist der Beitrag günstig, die Annahmewahrscheinlichkeit hoch. Mit 40 Jahren, einem behandelten Rückenleiden und gelegentlichen depressiven Episoden in der Krankenakte wird es teuer oder unmöglich. Wer wartet, riskiert, gar keinen Schutz mehr zu bekommen.

Was bei der Auswahl zählt: eine klare Definition der Berufsunfähigkeit ohne abstrakte Verweisung, weltweiter Schutz, keine Staffelung bei psychischen Erkrankungen und ein solventer, stabiler Versicherer. Die günstigste Police ist selten die beste.

Daniel Becker

Fragen zu diesem Thema?

Daniel Becker — Spezialist für Lebensrisiken

„Denkt ans Worst-Case-Szenario – damit es keines wird.“

Kontakt →

Weitere Artikel zum Thema

← Zurück zum Ratgeber